Harry Potter 6 oder “Worum geht es eigentlich”?

Bei jeder Buchverfilmung gibt es das Lager der Fans des Buches, die den Film für eine ungenaue Umsetzung halten. Das reicht von Frankenstein über Dune bis eben zu Harry Potter. Und auch meine Meinung zum aktuellsten Film, Harry Potter und der Halbblutprinz, geht in diese Richtung.
Der kleine aber feine Unterschied ist jedoch, dass es bei den Buchumsetzungsnörglern meistens um Details geht: Die Anzüge der X-Men sahen doch immer anders aus! Spiderman konnte doch gar kein Netz aus seinen Händen schießen! etc.
Meine Kritik richtet sich aber an den Grundinhalt des Films, verglichen mit dem Buch.

Worum geht es in Harry Potter eigentlich? Ohne jetzt zu viel in ein Fantasybuch hinein dichten zu wollen, ist es recht offensichtlich, dass die gute Miss Rowling in ihren Büchern auch eine tiefer liegende Message rüberbringen will. Im letzten Buch geht es um den Wiederstand, um Brüder und darum, wie man im Nachhinein Hintergrundstory einbaut, wo vorher keine war (:P).
Im sechsten Buch geht es ziemlich deutlich um die Frage: “Wie werden Menschen zu dem, was sie sind?”

Der Film lässt aber die Entwicklung von Drako Malfoy, Harry Potter und vor Allem Voldemort vollkommen aus.
Drako’s einzige Motivation scheint die Angst vor dem eigenen Tod zu sein.
Die Gespräche zwischen Dumbledore und Harry, in denen klar gesagt wird, dass Harry ohne eigenes Verschulden und durch die Fehler anderer in seiner misslichen Lage ist, werden komplett fallen gelassen und tauchen nicht einmal ansatzweise auf. Dumbledore entschuldigt sich kurz flüchtig und keiner weiß weshalb.
Und was ist mit der Entwicklung Voldemorts? Die wird darauf beschränkt, dass er ein komisches Kind war, dann irgendwie seine Seele geteilt hat und schließlich, nasenlos wieder auftaucht.

Der Film dauert jetzt schon zweieinhalb Stunden und vielleicht wären die einzelnen Entwicklungen einfach zu viel gewesen.
Das nächste Buch wird ja bekanntlich zweigeteilt. Vielleicht hilft das.
So ist der Film ein guter Fantasyfilm mit tollen Effekten, einem tollen Setting und nicht so tollen Hauptdarstellern. Leider fehlt ihm das, was das Buch ausgemacht hat.
Schade.

^ 4 Comments...

  1. Ines

    Hello, Gut geschrieben. Bin ein totaler Harry Potter Fan.

  2. Karim

    Was denkt denn ein richtiger Potterfan zu dem Thema?

  3. Alex

    “nicht so tollen Hauptdarstellern”
    man hat auf jeden fall mal wieder gemerkt, was ein schlechter Schauspieler der Radcliff eigentlich ist! Echt widerlich :P
    Was die Hintergrundgeschichte angeht, kann ich nichts zu sagen, hab das buch nicht gelesen, aber du hast wirklich recht. Ich sehe bei keinen der Charaktere eine entwicklung, die sind halt irgendwie anders als sonst…
    Was man dem Film aber zugute heißen muss ist, dass er sich nicht so auf das Fantasy Geschehen sondern doch auf die Handlung konzentriert hat.
    Ich denke auch, dass es besser gewesen wäre den FIlm zwei zu teilen!

  4. Миша

    Кажется, это подойдет.

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